Seniorenstift

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Erfahrungen mit dem Kurs "Von Mensch zu Mensch" im Seniorenstift Hünxe

Es ist Freitag, der 26. November. Wie inzwischen freitags in der 3. und 4. Stunde üblich, gehen wir auch heute mit dem „Von – Mensch – zu - Mensch“ - Kurs in den Seniorenstift in Hünxe. Durch die positiven Erfahrungen der vergangenen Wochen motiviert, machen wir uns bereits vorzeitig auf den Weg. Praktischerweise ist das Altenheim nicht weit von der Schule entfernt, sodass wir nach wenigen Minuten in der Eingangshalle stehen und uns, wie vorgeschrieben, die Hände desinfizieren. Schon bevor wir den Gemeinschaftsraum betreten haben, erkennen wir durch die Glasscheiben, welche den Seniorenstift angenehm freundlich machen, zwei hier lebende Damen. Da wir sie vom letzten Besuch kennen, setzen wir uns auch dieses Mal wieder zu ihnen. Dass wir ebenfalls erkannt werden und willkommen sind, zeigen sie uns mit einem freundlichen Lächeln. Nach einem kurzen Austausch über Lust, Laune und Wohlbefinden versorgen wir die Seniorinnen mit Getränken und Keksen. Nachdem wir und hingesetzt haben, wird gleich nach den Würfeln gegriffen. Das vor uns ausgebreitete „Mensch – ärgere – dich – nicht“ – Spiel hat begonnen. Auf gespielte böse Blicke folgt erleichtertes Gelächter. Wir merken, dass wir als Abwechslung zum gewöhnlichen Alltag sehr willkommen sind und die Senioren das Zusammensein mit uns jungen Menschen genießen. Doch nach zwei Spieldurchgängen ist die Zeit schon vorbei und wir müssen uns zum Aufbruch fertig machen. Also räumen wir benutztes Geschirr weg und stellen das Spielbrett bis zur nächsten Woche in den Schrank. Nach der Verabschiedung treten wir mit neuen positiven Erfahrungen unseren Rückweg zur Schule an.

Eyleen, Joana und Clara

Ich habe im Altenheim gelernt, offener auf ältere Menschen zuzugehen und ihnen einfach zu begegnen. Am Anfang hatte ich teilweise Angst vor den alten Menschen, besonders vor den Reaktionen auf uns. Doch heute, nach ein paar Wochen Erfahrung, freue ich mich jeden Freitag auf den Besuch im Altenheim und darauf, mit den alten Menschen zu spielen, spazieren zu gehen oder mich einfach nur mit ihnen zu unterhalten. Die Alten erzählen uns Dinge, die manchmal traurig sind und mir sehr nahe gehen können. Doch wenn ich dann merke, dass sie trotzdem glücklich sind und sie wieder Witze machen und lachen, dann geht es mir auch wieder besser. Ich habe vor allem gelernt, dass ältere Menschen nicht langweilig sind, man kann mit ihnen lachen und sich aber auch ernsthaft mit ihnen unterhalten.

 Laura van der Meer

Ich habe gemerkt, dass sich die alten Menschen sehr freuen, wenn wir kommen; denn sie wissen, dass wir uns mit ihnen beschäftigen. Sie sind sehr dankbar dafür, dass wir da sind, sie bedanken sich sogar, wenn wir mit ihnen spazieren gehen. Natürlich gibt es auch Menschen dort, die nicht mehr genau wissen, was sie sagen und was sie tun. Anfangs wusste ich nicht genau, was ich sagen soll, wenn sie mir etwas völlig Unlogisches erzählen. Aber nach einiger Zeit lernt man es, gut zu reagieren. Mir gefällt es dort, denn die Menschen sind nett und sehr dankbar.

 Denise Beckmann

Seit dem 24. September haben wir insgesamt schon sieben Mal das Altenheim Hünxe besucht. Besonders gut hat uns der 19. November gefallen. Um 9.45 Uhr gingen wir wie jeden Freitag mit der Kursgruppe und Herrn Seibel zum Seniorenstift. In der Cafeteria setzten wir uns zu einer 90-jährigen Dame an den Tisch. Nach wenigen Minuten wurden uns zwei weitere Frauen mit Rollstühlen an den Tisch gesetzt. Wir holten den Frauen etwas zu trinken und erfüllten deren Wunsch und spielten „Mensch-ärgere-dich-nicht“. Eine von den drei Damen berichtete uns, dass sie erst seit drei Wochen in dem Heim wohnt, wobei sie sich mehrmals wiederholte. Eine andere hatte ihre eigenen Spielregeln und die dritte hat das Spiel nicht ganz verstanden. Plötzlich kam eine weitere Bewohnerin und erzählte uns, dass sie in ihr Zimmer wollte. Wir brachten sie in ihr Zimmer und legten sie in ihr Bett. Dann gingen wir zurück zu den drei anderen Bewohnerinnen, um unser Spiel zu beenden. Doch ganz plötzlich war unsere Zeit schon vorbei, wir räumten auf, verabschiedeten uns freundlich und gingen dann „gestresst“ wieder zur Schule zurück. Schon auf dem Rückweg freuten wir uns auf den nächsten Freitag.

 Marietta und Vivien

Wir kamen im Altenheim an und gingen gleich in die Cafeteria, wo uns die drei Damen schon erwartungsvoll anguckten, mit denen wir in der vergangenen Woche gespielt hatten. Wir holten uns zwei Stühle aus dem Nebenraum und setzten uns zu ihnen. Eine begrüßte uns mit der Bemerkung: „Als ihr vorbeigelaufen seid, dachte ich schon, ihr mögt uns nicht mehr und wollt nicht mehr mit uns spielen.“ Sie guckte uns lächelnd an und freute sich, dass wir natürlich doch gerne mit ihnen spielten. Wie jeden Freitag lachten wir viel, da sie fast zu jedem Thema einen passenden und lustigen Spruch kennen. Am Ende der Zeit brachten wir die Damen noch auf ihre Zimmer. Eine von ihnen zeigte uns dort ihre Familienfotos und erklärte uns genau, wer auf den Bildern zu sehen ist und wo und wann sie entstanden sind. Außerdem erzählte sie uns von ihren Töchtern und Enkelkindern. Bei der Verabschiedung gab sie uns noch eine Tüte Bonbons und sagte: „Ich freue mich schon auf die nächste Woche.“

 Kathrin und Dana

Am Freitagmorgen gingen wir wieder in die Cafeteria des Seniorenstifts, wo schon viele alte Menschen saßen. Mit einer Bewohnerin tranken wir Kakao, aßen Kekse und spielten mit ihr „Mensch-ärgere-dich-nicht“. Beim Spielen sang die Bewohnerin ganz vergnügt „Rot, rot, rot sind alle meine Kleider, rot, rot, rot ist alles, was ich hab'. Darum lieb' ich alles, was so rot ist, weil mein Schatz ein Feuerwehrmann ist.“ Wir sangen mit und hatten viel Spaß. Eine Woche später gingen wir mit ihr und einer weiteren Dame zur Schule. Wir zeigten den beiden das Lehrerzimmer und den Schulhof, das fanden sie sehr interessant. Uns haben bis jetzt alle Tage im Altenheim gefallen. Wir sind froh, dass uns die Schule diese Erfahrungen ermöglicht.

Lisa, Irina und Sharina

 

Erfahrungen „Von Mensch zu Mensch“

„Von Mensch zu Mensch“ trifft es eigentlich genau und beschreibt diesen BFS-Kurs im 10. Jahrgang ziemlich gut. Freitags von 10 – 11.15 Uhr kommen Persönlichkeiten aus zwei Generationen im Seniorenstift Hünxe zusammen und tauschen sich aus, um einander zu verstehen. Am Anfang ist das gar nicht so einfach, wie es sich anhört. Schließlich ist man einander fremd und mit der Situation noch nicht so ganz vertraut. Doch diese erste Zurückhaltung ist bald überwunden und so freuen wir uns jeden Freitag in der dritten und vierten Stunde darüber, die Damen und Herren im Seniorenstift begrüßen zu dürfen. Natürlich sind diese Treffen mit viel Spaß und Freude verbunden; denn durch Spiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ und durch das Erzählen von Geschichten von früher hat man immer was zu lachen.

Und mit der Zeit kam neben dem Spaß auch noch ein sehr emotionaler Faktor hinzu. Denn wir haben eine Bindung zu den alten Menschen aufgebaut; und es berührt uns immer wieder zu sehen, wie sich die Senioren über unseren Besuch freuen. Auch werden wir mit Problemsituationen der alten Menschen konfrontiert, die wir dann zu verarbeiten haben. In diesen Situationen ist viel Vertrauen und Menschenkenntnis gefordert, die sich im Laufe der Monate sehr ausgeprägt haben.

Dieser BFS-Kurs „Von Mensch zu Mensch“ bereitet also sehr gut auf die Arbeitssituation in sozialen Berufen vor. Und er vermittelt wichtige Erfahrungen für das ganze Leben.

(Larissa Jernejovc)